Istanbul Tagebuch
Geschützt: „Auf der türkischen Bank“ – eine Komödie in 3 Akten
Geschützt: Der letzte Ausflug …
Geschützt: Frage…
Geschützt: Die ersten Gäste sind da …
Sonntag – und es .. jawohl .. es regnet …
Ok – jetzt machen wir es einfach anders herum .. falls hier JEMALS wieder die Sonne scheint, sag ich Bescheid .. gut?
Da wir ja gestern schon tagsüber zuhause waren, stand für heute wieder Ausflug an .. (ich glaube langsam wird sich mein Mann bewusst, dass dieser Istanbul-Aufenthalt in Stress ausarten könnte für ihn *grins*). Rein ins Auto – und noch „schnell“ nen Zwischenstopp bei einem nahegelegenen Fitness-Studio gemacht (das schlechte Gewissen drückt ganz arg) und ich glaube, wir haben sogar was passendes gefunden .. es ist zumindest schon mal sauber, hat neue Geräte und der Yoga-Lehrer kommt aus USA .. was will man (bzw. ich) mehr? Für Serkan gibt es ein großes Becken zum Schwimmen .. also alles in allem – klingt das gut … ich halte euch auf dem Laufenden!
Süß war noch das Folgende .. „sie“ haben wir beim Rausgehen aus dem Fitness-Center gesehen – zusammen gekuschelt auf dem Sessel .. tja – Sport macht einfach müde …
Anschließend die Küste hoch in Richtung Bebek (also mit Blick auf den Bosphorus) und dort auf nen Kaffee in ein absolut schnuckeliges Lokal (für alle die Anja kennen – es sah aus, als hätte sie es eingerichtet – original) .. und weil ja der Fitness-Vertrag quasi schon fast gebongt ist kann man sich ja auch gerne mal noch ne Portion pancakes schmecken lassen … (jawohl MIT nutella UND Ahornsirup *grins*) – aber sowas findet man einfach selten in der Türkei .. in diesem Lokal gab es sogar echten Bacon – aber das hab ich zu spät bemerkt *seufz* …
Und die Rechnung kam auf folgendem kleinen Tablett daher .. ich fands lustig!
Anschließend dann doch noch aufgerafft und was „kulturelles“ besichtigt .. auf dem Programm heute stand der Yildiz Palast -> aus Furcht vor Attentaten verlegte der paranoide Sultan Abdül Hamit II seine Residenz vom Ciragan Palast (das heutige Kempinski-Hotel) hinter die hohen Mauern des Yildiz-Palasts .. er hat es sich dort richtig gemütlich gemacht und ging seinem Hobby, der Schreinerei, nach. Hier noch ein paar Impressionen:
Es wehte ein Hauch (ein sehr kleiner) von Schönbrunn durch die Räume .. der große Vorteil von dem Besuch hier war, dass das Museum menschenleer war und wir heute die einmalige Chance hatten, die „Istanbul-Museum-Karte“ käuflich zu erwerben .. diese berechtigt türkische Staatsbürger dazu, für einen einmaligen Betrag von umgerechnet 10 EUR alle Museen und Ausstellungen in Istanbul während eines Jahres KOSTENLOS zu besuchen .. noch Fragen? *grins*
Und wie immer, das Allerschönste .. mit meinem immer noch australischen Studentenausweis aber als Frau eines auch-nich-mehr-so-wirklich-Türken hab ich auf das Ganze nochmal 50 % gekriegt … lach … keine 3 zusammenhängenden türkischen Sätze sagen können, aber schon ganz groß im Museum-Karten-Besitz-Business! Ich frag mich nur, was ich mache, wenn mich mal einer dieser Museum-Wärter drauf anspricht .. am besten mich taubstumm stellen.
Valentinstag
Auch das hat die muslimische Kultur schon erreicht – überall sind Herzchen, die Restaurants haben Spezial-Menüs für Verliebte und die Blumen am Straßenrand kosten 4 x so viel .. ergo – wie zuhause!
Da es IMMER noch regnet (ich weiß – ich wiederhole mich) sind wir tagsüber mal zuhause geblieben .. auch wenn ich gemault hab, aber ehrlich, es hat wirklich geschüttet .. man hätte keinen Hund vor die Tür gejagt. Aber abends wollte mich Serkan überaschen und hat mich nach „Kumkapi“ gebracht .. dem ehemaligen „Zigeuner“-Viertel. Oder sagen wir lieber mal so – da haben vor sehr langer Zeit all diejenigen gelebt, die zwar in Istanbul gearbeitet haben, aber Ausländer bzw. Nicht-Muslime waren .. seit diesen Zeiten ist dieses Viertel somit auch ein Ausgeh-und-Alkohol-trink-Viertel gewesen und ist auch heute noch sehr beliebt …
Wir sind im einem urigen, schlicht eingerichteten Lokal gelandet und haben uns durch alle erdenklichen Vorspeisen gefuttert (das Fitness-Studio ruft .. ich kanns hören). Da gab es:
frische getoastetes Weißbrot, Joghurt mit viiiieeel Knoblauch und Gewürzen, eine mir unbekannte Spezialität aus Rosinen, Reis und was-weiß-ich (das ganze eingehüllt in Sesam-Pasten-„Teig“ *lecker*), gefolgt von Leber in Zwiebel-Tomaten-Sauce, Käse-Börek und dann noch – weil es noch nich genug war – Shrimps überbacken aus dem Tontopf … (mir läuft grad wieder das Wasser im Mund zusammen).
Jetzt war natürlich Valentinstag, noch dazu Samstag und die Lokale haben sich in den Darbietungen für ihre Gäste quasi überboten .. aus dem Nichts tauchte plötzlich eine Musik-Gruppe 4-Mann-hoch auf .. 2 verschiedene türkische Trommeln, ein Geigen-Spieler sowie eine Art Zither-Spieler .. und die gingen dann von Tisch zu Tisch und haben Musik-Wünsche entgegen genommen. Ihr könnt Euch gar nich vorstellen, wie schnell Leben in so ein Lokal kommt … da kommen 2 bekannte türkische Volkslieder und das GESAMTE Lokal singt lauthals mit .. die Frauen sind gar nich mehr zum Bremsen, lassen ihr Besteck fallen und tanzen frohen Mutes durch das gesamte Lokal ..
Ein ARG lustig Völkchen – diese Türken … 😉